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Rückkehr- und
Perspektivberatung

Die Rückkehr- und Perspektivberatung des Deutschen Roten Kreuzes berät Migranten oder Flüchtlinge in Südbaden, die über eine Rückkehr in ihr Herkunftsland nachdenken oder eine Abschiebung vermeiden möchten. Seit 2007 beraten wir Menschen aus Nicht-EU-Staaten ergebnisoffen, unabhängig und vertraulich. Gleichzeitig ist die Einrichtung Informationsstelle für Institutionen, Verbände und Initiativen.

Wir unterstützen an Rückkehr Interessierte in ihrer Entscheidungsfindung und wägen gemeinsam das Für und Wider einer Rückkehr ab. Wir sprechen über die aktuelle Situation im Herkunftsland und erörtern Rückkehr- und Bleibemöglichkeiten. Auch für bereits abgelehnte Asylbewerber/innen besteht die Möglichkeit, eine freiwillige Ausreise zu beantragen und eine Förderung zu erhalten. Bei einer Entscheidung zur Rückkehr unterstützen wir die Organisation der Ausreise und die Planung der Reintegration ins Heimatland.

Welche Hilfen bieten wir Ihnen an?
Unsere Beratungsstelle arbeitet vertrauensvoll mit Behörden und Organisationen im Bereich Flucht und Migration zusammen. Dabei bewahren wir stets unsere Neutralität und Unabhängigkeit. Auf dieser Basis bieten wir ein breites Spektrum an individuellen Hilfen an. Unterstützt werden wir von Dolmetschern, die über das DRK akquiriert und für ihre wichtige Arbeit geschult wurden.
  • Unterstützung bei der Beschaffung von Reisedokumenten
  • Hilfe im Umgang mit Behörden
  • Beantragung und Weitergabe von Fördermitteln
  • Hilfe bei notwendigen Formalitäten zur Ausreise aus Deutschland
  • Organisation von Flug- Bus- und Bahntickets
  • Auszahlung von Reisebeihilfen
  • Individuelle Hilfe, z.B. bei Krankheit, Invalidität oder Alter
  • Vermittlung in Reintegrationsprojekte vor Ort,
  • Recherche und Vermittlung zu Möglichkeiten der Arbeitsplatzbeschaffung sowie zu weiterer Begleitung und Angeboten im Herkunftsland.

PDF  Handout für Rückkehrer

Wie sieht die finanzielle Rückkehrförderung aus?

Bund und Länder unterstützen mit dem humanitären Förderprogramm REAG / GARP Personen bei der freiwilligen Rückkehr in das Herkunftsland oder bei der Weiterwanderung in einen aufnahmebereiten Staat.

Für Personen, die ihre Rückkehr nicht selbst finanzieren können, werden die Reisekosten übernommen. Für die meisten Länder werden außerdem eine Reisebeihilfe sowie eine finanzielle Starthilfe für die ersten Tage im Herkunftsland bezahlt. Die Beträge sind je nach Herkunftsland unterschiedlich. Staatsangehörige der Staaten Mazedonien, Montenegro, Republik Serbien, Bosnien und Herzegowina, Republik Albanien, Republik Moldau und Kosovo erhalten ausschließlich die Kosten der Reise erstattet und sind von weiterer REAG/GARP-Förderung ausgenommen.

Weiterhin sind finanzielle Hilfen aus dem Bundesprogramm Starthilfe Plus möglich. Voraussetzung dafür ist die Antragstellung REAG/GARP sowie die Rücknahme des Asylantrags bzw. der Verzicht auf bereits eingelegte Rechtsmittel gegen eine Ablehnung des Asylantrags. Bei Ablehnung eines Asylantrags ist eine Antragsstellung innerhalb der angegebenen Ausreisefrist maßgebend.

Die DRK-Rückkehr- und Perspektivberatung berät zu allen Fragen rund um diese Programme und führt gemeinsam mit den Ratsuchenden die Antragstellung durch.

Länderspezifische Rückkehrinformationen erhalten Sie auf den Portalen von BAMF und IOM:

 Infoportal »Returning from Germany«
 REAG / GARP auf der Seite der Internationalen Organisation für Migration

Welche Hilfen gibt es zur Reintegration im Herkunftsland?

Für die meisten Rückkehrer/innen bestehen die Probleme, welche zur Fluchtentscheidung geführt haben, im Herkunftsland weiterhin. Sie sind in erster Linie auf Unterstützung durch die Familie und das soziale Umfeld angewiesen, um im Herkunftsland wieder Fuß zu fassen.

Unterschiedliche Reintegrationsprogramme versuchen in dieser Situation eine neue Zukunftsperspektive mit den Rückkehrer/innen zu entwickeln. Dazu zählen insbesondere die Reintegrationsprogramme ERIN und URA2.

Während URA2 sich ganz auf Unterstützungsleistungen im KOSOVO konzentriert, zielt das Projekt ERIN auf Unterstützung in mehreren Ländern ab. Die Hilfen werden ausschließlich in Form von Sachleistungen gegeben. Sie reichen von ersten Service- Leistungen nach der Ankunft am Flughafen, über Beratungs-und Schulungsangebote bis hin zur Unterstützung bei der Gründung eines eigenen Geschäftsbetriebes.

Darüber hinaus hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Kooperation mit der GIZ das Projekt »BUILD YOUR FUTURE« ins Leben gerufen. Über dieses Programm werden Rückkehrer/innen insbesondere hinsichtlich einer Integration in den Arbeitsmarkt gefördert.

Die Mitarbeiter/innen der Rückkehr- und Perspektivberatung vermitteln Kontakte zu den Reintegrationsprojekten, unterstützen bei der Antragstellung und stehen als Ansprechpartnerinnen auch nach der Rückkehr zur Verfügung.

PDF  Rückkehr und Reintegration Kosovo
PDF  URA2 Kinderprojekt

 Reintegration auf der Seite des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
 ERIN Weldo Rebuilding Lives (Englisch)
 Kosovo: Rückkehr und Reintegration mit URA
 Build your Future

Rückkehrberatung kurz und knapp – Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange ist eine freiwillige Rückkehr für Ausreisepflichtige möglich?
Zusammen mit der Ablehnung des Asylantrags bekommt der Ausreisepflichtige eine Frist mitgeteilt, bis zu der er ausreisen muss. Diese Frist beträgt in der Regel 30 Tage. Bei einer Ablehnung des Asylantrags als „offensichtlich unbegründet“ beträgt die Ausreisefrist eine Woche. Nach Erhalt des negativen Asylbescheids sollten Ausreisepflichtige, die sich für eine freiwillige Rückkehr entschieden haben, möglichst zeitnah mit der Rückkehr- und Perspektivberatung Kontakt aufnehmen. Eine freiwillige Rückkehr ist in der Regel auch nach Ablauf der festgelegten Frist möglich.

Ist die freiwillige Rückkehr möglich, solange das Asylverfahren noch nicht beendet ist?
Die freiwillige Rückkehr ist auch möglich, wenn das Asylverfahren noch nicht beendet ist.

An wen richtet sich das Rückkehrberatungsangebot?
Das Beratungsangebot richtet sich an alle Drittstaatsangehörige unabhängig von laufenden oder bereits beendeten Asylverfahren.

Welche Dokumente werden für eine freiwillige Rückkehr benötigt?
Für die Einreise in das Herkunftsland müssen gültige Einreisepapiere (Reisepass oder Passersatzpapier) vorliegen. Die Rückkehrberatungsstelle hilft bei Schwierigkeiten der Beschaffung von Reisedokumenten.

Besteht eine „Verpflichtung zur Rückkehr“, wenn man einen Beratungstermin wahrnimmt?
Die Beratung ist unverbindlich und vertraulich. Wer sie in Anspruch nimmt, verpflichtet sich damit nicht zur Rückkehr; eine Beratung hat keinen Einfluss auf ein laufendes Verfahren.

In welcher Sprache werden die Beratungsgespräche durchgeführt?
Von Seiten der Beraterinnen kann in den Sprachen Deutsch, Englisch, Türkisch und Portugiesisch beraten werden. Darüber hinaus stehen ausgebildete Dolmetscher zur Verfügung. Wenn gewünscht und möglich, können auch eigene Sprachmittler die Ratsuchenden begleiten.

Unsere Standards und Konzepte (nur auf Deutsch)
Die Steuerung und Qualitätsentwicklung im EU-Projekt Rückkehr-und Perspektivberatung ist eng mit der Frage nach Standards verbunden. Die von uns entwickelten Standards zeigen formalisierte Handlungsabläufe, Verfahren und Zielfestlegungen auf, die auch für andere Einrichtungen und Akteure in diesem Arbeitsfeld nutzbar sind, angepasst und übertragen werden können.

PDF  Beratungskonzept
PDF  Erläuterungen zum Beratungskonzept
PDF  Schulungskonzept
PDF  Standards nachhaltiger Netzwerkarbeit
PDF  Vorlage Erstgespräch


Fotos: x4wiz, turgaygundogdu (fotolia.com), Paolo Pellegrini, Hans-Jürg Ungeheuer (DRK), Klaus Dürrmeier
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